Wintergarten Baugenehmigung NRW – die Regeln der BauO NRW
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In vier Schritten zur Klarheit über die Genehmigung

Fläche berechnen
Verfahrensfrei ist ein Wintergarten in NRW nur bis 30 m² Brutto-Grundfläche. Die Brutto-Grundfläche wird über die äußeren Maße der Konstruktion ermittelt, nicht über die nutzbare Innenfläche. Messen Sie also von Außenkante zu Außenkante. Ein Glasraum mit 6 m Breite und 5 m Tiefe liegt genau an der Grenze, jede Verbreiterung darüber hinaus führt ins Verfahren. Planen Sie lieber mit etwas Luft, statt die Grenze auf den Zentimeter auszureizen.

Gebäudeklasse klären
Die Befreiung gilt nur an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3. Freistehende Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser mit geringer Höhe fallen in der Regel darunter; höhere Mehrfamilienhäuser dagegen nicht. Ob Ihr Haus dazugehört, lässt sich aus den Bauunterlagen ablesen. Liegen diese nicht vor, gibt die Bauaufsicht Ihrer Stadt oder Ihres Kreises Auskunft. Diese Frage sollte vor dem Aufmaß beantwortet sein, damit das Angebot auf der richtigen Grundlage entsteht.

Abstand zur Nachbargrenze messen
Der Wintergarten muss mindestens 3 m von der Nachbargrenze entfernt bleiben. Gemessen wird von der Außenkante des Glasraums bis zur Grundstücksgrenze. Bei Doppelhaushälften und Reihenhäusern liegt die Terrasse oft direkt an der Grenze zum Nachbarn – dann ist diese Bedingung nicht erfüllt, und ein Verfahren wird nötig, auch wenn der Wintergarten klein ist. Die Abstandsflächen nach § 6 BauO NRW gelten zusätzlich.

Bebauungsplan und Sonderfälle prüfen
Verfahrensfrei heißt nicht rechtsfrei. Auch ohne Bauantrag muss der Wintergarten zum Bebauungsplan passen, etwa zur überbaubaren Fläche, zur Dachform oder zu einer Gestaltungssatzung. Liegt Ihr Haus im Außenbereich nach § 35 BauGB oder steht es unter Denkmalschutz, gelten strengere Maßstäbe. Verantwortlich ist immer der Bauherr. Klären Sie diese Punkte vor der Bestellung; der Fachbetrieb spricht sie beim Aufmaß an, im Zweifel fragt man beim Bauamt nach.
Beheizt, geschlossen, erweitert: typische Stolperfallen
Die Regel gilt für unbeheizte und beheizte Wintergärten gleichermaßen. Beim beheizten Wintergarten kommen jedoch die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an Dämmung und Verglasung hinzu, die unabhängig vom Verfahren einzuhalten sind. Ob ein Wintergarten beheizt wird oder nicht, entscheidet also nicht über den Bauantrag, wohl aber über Aufwand und Unterlagen.
In der Stadt Münster und in Hamm ist die städtische Bauaufsicht zuständig; in kleineren Gemeinden des Kreises Warendorf kann es der Kreis sein. Fragen Sie im Zweifel dort nach, bevor Sie einen Auftrag unterschreiben.
Eine häufige Falle ist die nachträgliche Verglasung: Werden unter eine offene Terrassenüberdachung Seitenwände oder Glasschiebewände gesetzt, entsteht baurechtlich ein Wintergarten. Für die Überdachung galten 30 m² Fläche und 4,50 m Tiefe; nun gelten die Regeln für Wintergärten, einschließlich der 3 m zur Nachbargrenze. Bei Reihen- und Doppelhäusern wird aus einem verfahrensfreien Dach so schnell ein genehmigungspflichtiger Anbau.
Wie ein unbeheizter Glasraum aufgebaut ist, beschreibt die Seite zum Kaltwintergarten. Wenn Sie Ihr Vorhaben besprechen möchten, stellen Sie eine Anfrage: Neben der PLZ genügen ein paar Worte zu Breite, Tiefe, Grenzabstand und Haustyp im Feld „Ihr Vorhaben“.
Fragen zur Wintergarten-Baugenehmigung in NRW
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