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Drei Bedingungen entscheiden, ob Ihr Wintergarten ohne Verfahren gebaut werden darf

Wintergarten Baugenehmigung NRW – die Regeln der BauO NRW

Bei der Wintergarten Baugenehmigung in NRW kommt es auf drei Punkte an: Größe, Gebäudeklasse und Abstand zur Nachbargrenze. Hier finden Sie die Regeln aus § 62 BauO NRW in Alltagssprache. Den konkreten Fall klären Sie mit dem Fachbetrieb beim Aufmaß und im Zweifel mit dem Bauamt Ihrer Stadt.

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In vier Schritten zur Klarheit über die Genehmigung

Rinnenträger eines Wintergartens wird auf Stützen ausgerichtet

Fläche berechnen

Verfahrensfrei ist ein Wintergarten in NRW nur bis 30 m² Brutto-Grundfläche. Die Brutto-Grundfläche wird über die äußeren Maße der Konstruktion ermittelt, nicht über die nutzbare Innenfläche. Messen Sie also von Außenkante zu Außenkante. Ein Glasraum mit 6 m Breite und 5 m Tiefe liegt genau an der Grenze, jede Verbreiterung darüber hinaus führt ins Verfahren. Planen Sie lieber mit etwas Luft, statt die Grenze auf den Zentimeter auszureizen.

Pfosten und Dachrahmen eines Wintergartens während der Montage

Gebäudeklasse klären

Die Befreiung gilt nur an Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3. Freistehende Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser mit geringer Höhe fallen in der Regel darunter; höhere Mehrfamilienhäuser dagegen nicht. Ob Ihr Haus dazugehört, lässt sich aus den Bauunterlagen ablesen. Liegen diese nicht vor, gibt die Bauaufsicht Ihrer Stadt oder Ihres Kreises Auskunft. Diese Frage sollte vor dem Aufmaß beantwortet sein, damit das Angebot auf der richtigen Grundlage entsteht.

Aluminiumrahmen eines Wintergartens steht, Glas folgt

Abstand zur Nachbargrenze messen

Der Wintergarten muss mindestens 3 m von der Nachbargrenze entfernt bleiben. Gemessen wird von der Außenkante des Glasraums bis zur Grundstücksgrenze. Bei Doppelhaushälften und Reihenhäusern liegt die Terrasse oft direkt an der Grenze zum Nachbarn – dann ist diese Bedingung nicht erfüllt, und ein Verfahren wird nötig, auch wenn der Wintergarten klein ist. Die Abstandsflächen nach § 6 BauO NRW gelten zusätzlich.

Bodenprofil für die Glasschiebewand eines Wintergartens wird gesetzt

Bebauungsplan und Sonderfälle prüfen

Verfahrensfrei heißt nicht rechtsfrei. Auch ohne Bauantrag muss der Wintergarten zum Bebauungsplan passen, etwa zur überbaubaren Fläche, zur Dachform oder zu einer Gestaltungssatzung. Liegt Ihr Haus im Außenbereich nach § 35 BauGB oder steht es unter Denkmalschutz, gelten strengere Maßstäbe. Verantwortlich ist immer der Bauherr. Klären Sie diese Punkte vor der Bestellung; der Fachbetrieb spricht sie beim Aufmaß an, im Zweifel fragt man beim Bauamt nach.

Beheizt, geschlossen, erweitert: typische Stolperfallen

Die Regel gilt für unbeheizte und beheizte Wintergärten gleichermaßen. Beim beheizten Wintergarten kommen jedoch die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an Dämmung und Verglasung hinzu, die unabhängig vom Verfahren einzuhalten sind. Ob ein Wintergarten beheizt wird oder nicht, entscheidet also nicht über den Bauantrag, wohl aber über Aufwand und Unterlagen.

In der Stadt Münster und in Hamm ist die städtische Bauaufsicht zuständig; in kleineren Gemeinden des Kreises Warendorf kann es der Kreis sein. Fragen Sie im Zweifel dort nach, bevor Sie einen Auftrag unterschreiben.

Eine häufige Falle ist die nachträgliche Verglasung: Werden unter eine offene Terrassenüberdachung Seitenwände oder Glasschiebewände gesetzt, entsteht baurechtlich ein Wintergarten. Für die Überdachung galten 30 m² Fläche und 4,50 m Tiefe; nun gelten die Regeln für Wintergärten, einschließlich der 3 m zur Nachbargrenze. Bei Reihen- und Doppelhäusern wird aus einem verfahrensfreien Dach so schnell ein genehmigungspflichtiger Anbau.

Wie ein unbeheizter Glasraum aufgebaut ist, beschreibt die Seite zum Kaltwintergarten. Wenn Sie Ihr Vorhaben besprechen möchten, stellen Sie eine Anfrage: Neben der PLZ genügen ein paar Worte zu Breite, Tiefe, Grenzabstand und Haustyp im Feld „Ihr Vorhaben“.

Fragen zur Wintergarten-Baugenehmigung in NRW

Wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: höchstens 30 m² Brutto-Grundfläche, ein Gebäude der Gebäudeklasse 1 bis 3 und mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze. Grundlage ist § 62 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauO NRW. Fehlt eine Bedingung, ist ein Verfahren nötig.
Gemeint ist die Fläche, die sich aus den äußeren Abmessungen des Wintergartens ergibt, einschließlich der Konstruktion. Die nutzbare Innenfläche ist also etwas kleiner. Messen Sie von Außenkante zu Außenkante.
Weil die Befreiung vom Verfahren nur mit diesem Mindestabstand gilt. Ein Glasanbau direkt an der Grenze betrifft den Nachbarn stärker, deshalb prüft die Bauaufsicht ihn im Verfahren. Unabhängig davon gelten die Abstandsflächen nach § 6 BauO NRW.
Die Gebäudeklasse ist bei Doppelhaushälften meist kein Problem, der Grenzabstand dagegen schon. Liegt die Terrasse an der Grenze zum Nachbarhaus, fehlen die 3 m, und es braucht ein Verfahren. Das gilt auch für Reihenhäuser.
An den Grenzen für die Verfahrensfreiheit nichts. Hinzu kommen aber die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes an Wärmeschutz und Verglasung. Diese Planung übernimmt der Fachbetrieb, gegebenenfalls zusammen mit einem Planer.

Wintergarten-Vorhaben beschreiben

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Montage eines Wintergartens: Dachträger auf Montagestützen am Bungalow